Gedenktag Max Aeberli am 28. Juni 2025: «Es war magisch!»
Schon zur Vorprobe, zwei Stunden vor Gottesdienstbeginn trafen sich 40 ehemalige Chinderchörler/innen. Umarmungen, laute Freudenschreie, rundum allerbeste Laune – schon da war klar: Die Gedenktagidee war gut, jeder Aufwand hatte sich gelohnt. Und weitere Ehemalige kamen dann zum Gottesdienst, der mit Liedern aus der Feder von Max oder mit Liedern, die er oft und gerne mit seinem Chor gesungen hatte, gestaltet war. Und viele Pfarreimitglieder, die die Hombrechtiker «Aeberli-Zeiten» miterlebt hatten und sich die Feier nicht entgehen lassen wollten, kamen und sangen in den Bänken jeweils spontan mit. Wenn singen «doppelt beten» heisst, dann stiegen tatsächlich massenhaft Gebete zum Himmel auf! Danke Zita, Beat und Jonas Kuster sowie Cecilia Geréd und Péter Morva für die musikalische Führung und Begleitung, die alles zusammen nahezu engelsgleich erklingen liess.
Was war das für ein Wiedersehen! Viele trafen sich nach Jahrzehnten(!) zum ersten Mal wieder. Damals Kinder, heute gestandene Erwachsene, längst selbst Eltern von Kindern. Von überall her kamen sie, aus allen Ecken der Schweiz, gar aus nahen und nicht so nahen Ländern. Selbst die Anreise zum Familienbesuch aus der Wahlheimat Mallorca wurde mit dem Gedenktag abgestimmt. Sie alle kamen, herbeigerufen von und zu «ihrem» Max, der sie als Kinder und Jugendliche mit seiner Musik und seinem ansteckenden Charisma fürs Singen begeistert hatte.
Am 10. Dezember 2024 war Max überraschend gestorben und sogleich stand für mich fest, dass unsere Pfarrei St. Niklaus ihm einen ganz besonderen Ehrentag widmen würde. Unglaublich viel haben wir ihm zu verdanken! Unglaubliche Stunden der Freude und Begeisterung in Gottesdiensten (man mag es glauben oder nicht!), bei Musicals, bei frohen musikalischen Auftritten hatten viele gemeinsam mit ihm erlebt.
Just zu diesem Zeitpunkt war der Entscheid gefallen, dass ich – ein langjähriger Hombrechtiker Weggefährte von Max – übergangsweise die Pfarreileitung übernehmen sollte (Zufall? Glück? Oder doch: Fügung?). Wie auch immer: Dem Vorhaben, einen Gedenktag durchzuführen, kam diese Rolle naturgemäss entgegen.
Cécile Mächler (ehem. Riedi), Zita Kuster (ehem. Schmuki), ihr Mann Beat, Elisa Sixto (aus der Leitung des jetzigen Chinderchors) und ich, wir trafen uns mehrmals und planten den Anlass. Es sollte, das war von Anfang an klar, ein «Fest unter Freunden» werden. Und wie es Max entsprach, für den bei aller Professionalität und allem Anspruch an die Musik, die Gemeinschaft seiner Chöre und Musiker immer im Mittelpunkt stand, wurde der Gedenktag wirklich zu einem Freudenfest für die Vielen, die kamen.
«Es war magisch», sagte eine Teilnehmerin, «wir waren wie von Zauberhand plötzlich zurückversetzt in unsere Zeit im Chor. Die Beziehungen haben sofort wieder gespielt. Magic!» Eine andere hielt fest: «Bim Singe hät me gspürt, wie jede d'Zyt im Chinderchor gliebt hät.» Und ein Dritter meinte: «Das isch wienes Klasseträffe. Numme ohni schlechti Erinnerige.»
Nach dem Gottesdienst war Zeit für Gespräche und für Erinnerungen. Der jetzige Chinderchor brachte unter der Leitung von Tinka Lleshdedaj, den Gästen ein Ständchen. Sicher wurden auch da Erinnerungen wach, als man selbst als Kind im Chor Auftritte hatte. Und anschliessend liess Beat Kuster seinen «Hammerfilm» (Originalaussage Teilnehmer) laufen: 40 Minuten Bilder und Filmausschnitte von Auftritten, unterlegt mit Chinderchorliedern und Karaokebeschriftung. Der Saal flippte aus! Laut wurde mitgesungen, manche tanzten gar zur Musik und einem Beobachter, der die Aeberli-Zeit nicht miterlebt hatte, entglitt mehrfach (Originalaussage) nur ein staunendes: «Krass!» Kopfschütteln. «Krass!»
Mein Dank geht an das Vorbereitungsteam, an die Helferinnen und Helfer, die im Saal bei allem Trubel nicht die Übersicht verloren und an die Kirchenpflege, die finanziell und ideell den Anlass vorbildlich unterstützt hat. Dieser Tag zu Ehren von Max Aeberli wurde zu einem Fest des Wiedersehens und der Begegnungen. Und unsere Pfarrei zeigte sich dabei von ihrer besten Seite: Offen, gut vorbereitet, gastfreundlich (feiner Apéro riche). Alle waren willkommen, durften sich wohlfühlen und einige suchten nach Möglichkeiten, sich bald mal wieder zu treffen – nicht «nur so», sondern auch, um einfach zusammen zu singen.
Eben: Wie in früheren Zeiten! Max, was für ein grossartiges Vermächtnis hast du hinterlassen! Nochmals: Danke!
Rolf Bezjak