Manuel Sestito

Der Brand der Schlosskirche in Grüningen - Glück im Unglück für das ökumenische zusammenleben?

Heutige Schlosskirche Gr&uuml;ningen <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Manuel&nbsp;Sestito)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>pfarreistniklaus.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>21</div><div class='bid' style='display:none;'>182</div><div class='usr' style='display:none;'>19</div>

Am 20. Oktober Jährt sich der Kirchenbrand der Schlosskirche in Grüningen bereits zum 50. Mal. Ein kleiner Rückblick soll die Geschichte der Schlosskirche welche ebenfalls zu unserem Pfarreigebiet zählt aufzeigen.
Manuel Sestito,
In der Nacht des Dienstags, 20. Oktober 1970, fing die aus dem Jahr 1783 im Querraumschema gebaute Kirche Feuer und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Vom charakteristischen roten Holzkirchenturm blieb nichts übrig.
Die drei historischen Glocken wurden vollständig zerstört und krachten mit Getöse in die Tiefe.

Nachdem am frühen Morgen die Kirche vollständig abgebrannt war, begann eine 6-jährige
Wiederaufbauphase, die von der Grüninger Bevölkerung einen grossen Durchhaltewillen forderte, bis im Herbst 1976 der lang ersehnte Neuanfang gefeiert werden konnte. Es musste ein grosses Fest sein, denn die Freude war gross, als die neue Kirche in alter Pracht wieder aufgebaut war.

Während dieser langen Zeit des Wartens wurde die Ökumene neu entdeckt. Es wurde zusammengespannt, Räume angeboten, gemeinsam gebetet und das Kirchliche Leben neu erfunden. Also auch ein Glücksfall. Auch wenn der Schmerz über die abgebrannte Kirche gross war.

Am 1. Advent 1976 war es nun endlich so weit: Nach einer sechsjährigen Bauphase konnte die neue Kirche festlich eingeweiht werden. Am Vorabend des 1. Advent erklangen auch ein erstes Mal die fünf neuen Glocken welche bei der Firma Rüetschi in Aarau gefertigt wurden. Grösser und mächtiger als das Vorgängergeläut soll es sein. Nun zählt es sogar zu einem der grössten und schwersten im ganzen Zürcher Oberland.

Der Neubau wurde zwar kleiner konzipiert, aber mit einer moderneren Nutzung. Vorausschauend
sah der Architekt Markus Dieterle im Wiederaufbauprojekt nebst dem Gottesdienstraum auch einen Saal, eine Küche, ein Pfarrzimmer und ein Unterrichtszimmer vor. Für die Orgel wurde mit dem heutigen Standort ein geeigneter Platz gefunden, der genügend Raum in der Höhe, einen guten Schutz vor zu grosser Kälte und Sonneneinstrahlung und der Organistin einen guten Sichtkontakt zu Chor und Instrumentalisten bietet. So ist mit der neuen Kirche im Zentrum von Grüningen nicht nur ein Ort der Ruhe und der Besinnung entstanden, sondern auch ein geschätzter Ort der Begegnung und der Feier geschaffen worden.
Bereitgestellt: 10.10.2020     Besuche: 40 Monat